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Kletterschuhtest

La Sportiva

Katana

DauertestÜber Monate geklettert, mit Urteil zu Haltbarkeit

La Sportiva Katana

1.719 Wörter

Ein **_ Allrounder_ **der _ alten Schule_

**_ Kletterschuhe La Sportiva Katana im Test_ **

_ Kletterschuhe und Kletterkönnen Teil IV(2)_

_Das Pärchen für alle Fälle

La Sportiva Katana, fand im Winter seinen Weg nach draußen. Ich nutzte ihn angangs zum Bouldern in der Fränkischen. Katana ist deutlich symetrischer geschnitten als Miura und sorgte mit seiner Form zum einen für den abgequetschten kleinen und den langen dritten Zeh – zum anderen für etwas Luft in der Spitze. Das ist jedoch ein Problemmeiner Fußform, welches diesen wirklich beliebten, zeitlosen Leisten für mich suboptimal macht.

Der erste Ausflug in die Arbeitsumgebung

Aufgrund der Fußform_ muss der Schuh bei mir die Größe 39,5 oder 40 haben, damit ich vorne in der Spitze keine Luft mehr habe und das frontale Antreten mit dem Zeh und nicht mit der „leeren“ Sohlenspitze erfolgt.

Der beschriebene leere Raum, ist nicht wahnsinnig groß und beträgt wahrscheinlich 2-3mm wenn überhaupt, aber es reicht aus, um das Gefühl des sicheren Haltes und Kontrolle auf Mikros nicht aufkommen zu lassen. Da ich den Schuh nach dem Kauf eine Nummer Größer tauschte, hatte ich mehr Luft im Zehenbereich als ursprünglich beim 40er. Es war jedoch ein guter Kompromiss zwischen Komfort und Leistung, so konnte ich den Katana schneller bis zum MSL-Komfort einklettern als den Miura.

Grundsätzlich kletterte ich zu dieser Zeit meistens mit dünnen Socken in Kletterschuhen, was die etwas zu großen Schuhe kompensierte. Neben den Vorteilen des WOGÜ-Style hat es außerdem im Winter zumindest etwas wärmere Füße und schnelleres Verstecken dieser in den Winterstiefeln zur Folge. Doch selbst die warmen Wintersocken halfen mir nicht die weite und voluminöse Ferse auszufühlen. Wie ich bereits bei Miura schrieb, fällt der Katana an der Ferse deutlich größer aus und somit bestens für Leute mit breiten und

_Im Senkrechten überzeugender Treter

voluminösen „Fußendstücken“ geeignet.

Bereits im Vorfeld mochte ich die Katana Optik und war absolut überzeugt von deren Fähigkeiten, als ich mit im Kopf präsenten Bildern von Fischhuber in der Aktion zu beiden Brüdern aufstieg. Das Anziehen der Schuhe ist super, einfach super! Reinschlüpfen oder reinquetschen je nach Fußform und gewählte Schuhgröße, die Klettverschlüsse in die Hand nehmen entgegengesetzt ziehen und zu machen. Wirklich genial einfach und funktionell. Kein Nachrichten der Zunge, kein Reinfädeln der Klettstreifen in die Metalllasche (zumindest bei meiner Kombi [Schuhgröße/Passform] rutschten diese nie raus), kein Aufgehen beim Klettern – SUPER!

Die gute Verarbeitung ließ mich auf langfristigen Spaß mit den Schuhen hoffen, leider wurde diese Hoffnung nicht bestätigt.

Das Aufwärmen an den beiden Brüdern verlief Problemlos, die Schuhe standen in dem meist senkrechten Gelände gut auf verschiedensten Tritten und rutschten nur selten (vermute auf Grund der Minusgrade) beim ziehen an abschüssigeren Tritten ab.

Im Dach an den Tritten Zeihen war anfangs nichts

Es ging weiter zum Schulrat und da merkte ich, dass ich mit den Schuhen im Überhang nicht glücklich werden würde. Ich konnte wie schon zuvor mit dem Miura_ nur bedingt graben. Und so rutschte ich dauernd mangels Körperspannung bei dem Zug aus dem Dach an das Henkelband mit den Füßen ab. Frustriert versuchte ich den Rest des Boulders und stellte fest, dass das Hooken ganz gut funktioniert, wobei der „leere“ Teil der Ferse sich zwar verformte aber dennoch auf der großen Hookläche des Bandes hielt.

Erfolglos schaute ich um die Ecke zur Arschwippe (die ich dann noch paar Monate projektierte) und boulderte die leichten Hangelzüge aus. Beim reinklettern in die Schlüsselstelle passierte beim Weitergreifen nach dem reinlegen des linken Hooks das was immer beim Hooken mit La Sportiva passiert. Die Gummierung an der Ferse löste sich ab vom Schuh – und das bei der ersten Bouldersession..! Verärgert über eigene Unfähigkeit präziser und schonender zu hooken aber auch über die anfällige Konstruktion beendete ich den Bouldertag.

_Hooken war kein Problem – solide Leistungen beim Bouldern

Katana begleitete mich den ganzen Winter in FJ. Wir passten uns sich gegenseitig an, er wurde etwas weicher (ohne dabei an Kantenstabilität zu verlieren) und weiter, ich gewann die nötige Körperspannung, um auch ohne mit den Zehen zu greifen die Tritte halten zu können.

Doch Katana zeigte ziemlich schnell Verschleißerscheinungen der Sohle an der Spitze. Das ärgerte mich neben der Ablösung beider Fersengummis wirklich sehr, denn 3 Monate 2 mal die Woche Bouldern in der Fränkischen (die gesteintypisch nicht als Schuhkiller gilt) ist im normal Fall kein Thema für ein Schuh dieser Preisklasse und Berühmtheitgrades.

Bei meiner Recherche in diversen Foren fand ich heraus, dass dieses Problem nicht nur meiner Fußtechnik geschuldet war, denn andere Kletterer hatten ebenfalls schnellen Verschleiß zu beklagen.

Spitz, schmaleren Art und Mittenlastig

Ich schonte den lieb gewonnenen Katana wo es ging, doch bereits nach dem Mallorca Trip über Ostern hatte ich ein Loch in der Spitze. Dieser kam nicht durch den Sohlenabrieb zu Stande, sondern entstand durch ein Riss im Randgummi der Spitze. Es war sehr ärgerlich, denn mit noch vorhandener Sohle wurde der Schuh zunehmend schwammiger und das Loch größer.

Ich beschloss nach einem knappen halben Jahr Nutzung, den Schuh wieder besohlen zu lassen. Diesmal entschied ich mich für die Profis von ready4climbing, um ein Fiasko a la Loco zu vermeiden. Für 30 EUR bekam ich den Katana wieder zurück, erfreulich war nicht nur der kostenlose Rückversand (da 2 weitere Leute ihre Schuhe ebenfalls einschickten), sondern die unveränderte Passform „meinen“ Katanas. Das Randgummi wurde nicht entfernt und neu drauf gemacht, sondern einfach mit dem neuen „überklebt“, was die Form der Zehenbox nicht änderte. Erfreulich war auch die Veränderung der Sohle im Zehenbereich. Unter dem Großen Zeh befand sich plötzlich ein kleiner Hügel, der den Zeh beim stehen unterstützte. Quasi eine selfmade Version von La Sportiva´s P3 oder des Toe Supports von Scarpa. Es fühlte sich gut an und half auch beim stehen, obwohl der Schuh nie wieder die gleiche Kantenstabilität hatte, wie im Neuzustand. Er ist schwammig geworden, leider. Die Kante der Sohle war ehe rund geschliffen und Sohlendicke schien mit ihren angeblichen 4 mm dicker als das Original zu sein.

So sehen Sieger aus…

Mit dem Schuh ging es dann nach Finale, [Verdon](http://www.jlwertz.be/dynimages/0,450,scale/files/_ galleries/photos/sport/europe/europe02.jpg), Ceüse und Orppiere. Der „alte“ ließ sich weiter gut klettern, obwohl er nicht mehr so präzise und stabil war. Dieser Umstand spielte bis zum 8ten Grad keine große Rolle. Lediglich in 6c+ Längen in Verdon hatte ich dann ziemliche Probleme in Dullen zu stehen, was in Verbindung mit Ausgesetztheit und den Hackenabständen wieder für volle Hosen sorgte. Dann riss wieder das Randgummi an der Spitze quer ein. Echt Schade denn die Sohle an der Spitze war zu ¾ noch vorhanden.

Die Zehenbox ist nicht wahnsinnig hoch

Zu dieser Zeit, geprägt von der Angst ein Ganglion_ am Zehgelenk zu bekommen, distanzierte ich mich von engen Schuhen und nahm den Katana für alle meine Vorhaben. Nur wenn es schwer wurde, kam der Miura oder meine neuen Scarpa Schuhe ins Spiel. Der Schuh wurde immer schwammiger so, dass die kleinen Tritte gar nicht mehr gingen. Eine zweite Besohlung erfolgte diesmal durch einen günstigen Berchtesgadener Schuster und machte den Schuh noch schwammiger und klobiger beim Treten. So machte nicht mal das Training in der Halle Spaß deshalb vererbte ich die treuen „** Allroundbegleiter**“ an einen Anfänger.

_In allen Gesteinen Grund solide – auch auf Reibung in Harz

Ansonsten war der Schuh noch super in Takt, die Klettverschlüsse hielten noch wie eine Eins und sonst hatte der Schuh nur ein kleines Loch im Obermaterial der Zehenbox. Die Fersengummierung wurde inzwischen X mal geklebt und fühlte sich durch die weich gewordene Gummierung beim hooken auch nicht mehr solide an – Aber der Schuh lebte noch!

Insgesamt legte Katana, der beliebte Alleskönner, bei mir viele Klettermeter zurück und ich kam damit klar, dass ich größenbedingt nicht auf Micros stehen konnte und die Ferse sich beim Hooken verformte und kletterte ihn bis zuletzt sehr gerne. Im nach hinein gesehen war dieser Schuh weit von dem (für mich) perfekten Kletterschuh getrennt. Die Passform war nicht meins (insbesondere Ferse war selbst bei Gr. 40 zu luftig), Das greifen mit den Zehen war nicht möglich und die Haltbarkeit der Spitze und Widerstandsfähigkeit des Fersengummis ließen für einen Schuh dieser Preisklasse zu wünschen übrig.

Ein wirklich schicker aber simpler Schuh!

In dieser Zeit verstand ich wieso so viele Menschen den Schuh klettern und immer wieder kaufen. Doch trotz aller positiven Erfahrungen mit der Performance und dem Komfort (nach dem notwendigem Eintragen), würde ich diesen Schuh vor allem wegen dem hohen Verschleiß der Spitze und der Fähigkeitslücke „Graben“ sowie der für mich suboptimalen Passform nicht mehr kaufen.

Fazit_: Katana ist nicht umsonst beliebt. Er ist überall zu gebrauchen, ob in den MSL Wänden in Verdon oder B[ouldern](http://www.harzblock.de/HarzBlock_ Frameset.html)[im Harzer Granit](http://www.harzblock.de/HarzBlock_ Frameset.html)garantiert dieser Klassiker solide Leistungen. Komfort passt und wird durch vorbildhafte Verarbeitung im positiven Erscheinungsbild abgerundet. Beim Treten legt Katana deutlich mehr Gefühl an den Tag, wie der Miura und zeigt ebenfalls ordentliche Hookleistungen (auch bei Toehooks). Die befriedigende Haltbarkeit der Sohlenspitze ist in meinen Augen bei dem Preis inakzeptabel. Besser konstruierte Fersengummierung und gummierte Zehenbox würden diesen legendären Schuh gänzlich unsterblich machen.

Schmale Lippe ist recht anfällig für Ablösungen

UPDATE:

In der „Fersenspitze“ ist immer etwas Luft

Wir schreiben das Jahr 2012. Auf der diesjährigen Outdoor wurde tatsächlich ein Upgrade der Legende vorgestellt. Aber auch ohne diese farbliche Neuerung hat sich einiges geändert. Die recht schmale und gerade Leisten Form mit einer mittelstarken Valgus Ausprägung ist geblieben. Doch die Zehenbox ist aus Lorica. Dieses Material ist (meiner Erfahrung nach) sehr dehnarm, so dass man ein größeres Weiter im Bereich der Zehenbox vergessen kann. Katana kommt nun mit einem XSEdge Gummi von Vibram an den Start, was seine Haltbarkeit etwas verbessern kann. Die Reibung ist jedoch etwas schlechter als beim alten XSGrip. Der Komfort ist meiner Meinung nach etwas besser geworden, da Lorica auf der Innenseite flauschiger ist. Performance ist die gleiche. Ich habe mir den Schuh in 40,5 EU noch mal bestellt. Er passt optimal – wie ein nicht zum Fuß passender Kletterschuh nur passen kann. Dieser Schuh passt immer noch vielen Fußtypen, nur kann man ihn jetzt nicht mehr so gut dehnen. Ausprobieren!

Das neue Gummi ist etwas abriebfester und Kantenstabiler

Das unbedeckte Lorica der Zehenbox könnte nun ein Problem der unendlichen Wiederbesohlbarkeit werden

Die Form ist gerader als die Sohle vermuten lässt

Weitere Informationen

Fußform und Passform der Kletterschuhe

Größenvergleich Kletterschuhmodelle

Testbericht Katana Laces (Nachfolger)

VIDEO Katana in Aktion Direkt