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Kletterschuhtest

Five Ten

Blackwing

KurzcheckErsteindruck nach wenigen Einheiten

Five Ten Blackwing

2.087 Wörter

Kletterschuhe  Five Ten Blackwing im Test

_ Träume werden wahr oder die neuen Five Ten Modelle in der Hand (Eine Zeitraffer-Dokumentation)_

Die Vorgeschichte

v.l.n.r.: Hornet 9 UK – Quantum 8,5 UK – Dragon 8,5 UK – Blackwing 8 UK // Unterschied in der Größe ist zum Teil der Perspektive geschuldet

Wie ich schon in einem Artikel berichtet habe, bringt Five Ten im nächsten Jahr diverse neue Modelle, die mich brennend interessieren und Träger meiner Hoffnungen sind, raus. Neulich ist es mir gelungen, die Masse der noch nicht erschienen Five Ten Kletterschuhe „physikalisch“ kennenzulernen und sogar anzuprobieren. Es war ein totaler Glücksfall, dass ausgerechnet in dem Laden, wo ich ein Paar Dragons anprobieren wollte eine ganze Kiste mit den neuen Modellen rumstand und ich diese bestaunen, anfassen und vergleichen konnte. Nun zum Five Ten Blackwing, der als Nachfolger und/oder Ergänzung zum Five Ten Klassiker Dragon erscheinen soll.

Optik, Verarbeitung

Optik ist echt schick

Die Optik des Kletterschuhs Blackwing faszinierte mich bereits, als ich ihn zum ersten Mal auf den Bildern gesehen habe. Die asymmetrische Form, klauenartiger Downturn gepaart mit den schwarz-rot gestreiften (Gummi) Oberfläche des Obermaterials, der weiß umrandeten Einstiegsöffnung, sowie den weiß-schwarzen Klettverschlüssen, ergeben für mich eine sehr ansprechende, dynamische Optik und machen so richtig Appetit. Die Verarbeitung des Mustermodells, das ich in die Hand bekam, war Five Ten typisch: gute solide, vertrauenserweckende Qualität die jedoch ähnlich wie beim Team etwas feiner, als beim Anasazi ausfällt.

Von der Sohle bis zur Zunge alles gut verarbeitet

Insgesamt ergab sich bei mir ein sehr guter Eindruck: Die Nähte sind sauber abgeschlossen, nirgendwo waren loser Fäden zu sehen, die Umlenkösen der Klettverschlüsse sind (ähnlich wie bei Galileo und anderen Velcro Modellen) gut dimensioniert und bieten ordentlich Platz für die Velcrobänder zum Gleiten. Die Kanten der Sohle waren scharf geschliffen und die Verklebungen des Randgummis waren trotz der vielen „Löcher“ tadellos. Alles in einem – Top. Was man aber auch für den Preis von 125 EUR erwarten kann.

Konstruktion

Vorspannung und Downturn identisch

Der Leisten ist im Prinzip der gleiche wie beim Dragon Lace, so dass sich eine ganz ähnliche Passform ergibt. Blackwing ist lediglich etwas schmäler. Der Downturn ist stark und fällt am meisten auf, wenn man den Kletterschuh von der Innenseite betrachtet. Die Zehen werden richtig nach unten gebogen und können dank der eher weichen Sohle ordentlich greifen. Five Ten arbeitet im Gegensatz zu La Sportiva und Scarpa immer noch mit durchgehenden Sohlen, was auch beim Blackwing für eine Spannung im Fußgewölbe sorgt und den Fuß auf „klassische“ Weise unterstützt. Die Sohle besteht hier aus 3,5mm-3,8mm starkem Stealth Mystique Rubber, der sich bereits bei neueren Modellen (Projekt, Team) bewährt hat. Die Löcher, im relativ weit hochgezogenem Randgummi, fallen deutlich größer aus, als beim Dragon und lassen auf einwenig mehr Komfort hoffen. Die Einstiegsschlaufen sind dick und starr genug, so dass die Finger beim Einstieg nicht unnötigerweise leiden müssen – hier hat Five Ten endlich die Mängel aus der Produktion von neuen Modellen (Anasazi Blanco undJet 7) erkannt und abgestellt. Gut so!

Ferse ist etwas anders gestaltet

Die Ferse ist ähnlich wie beim Team nur auf der Innenseite gummiert, was ich sehr begrüße, denn an dieser Stelle hooke ich persönlich nie. Weniger Gummi – weniger Gewicht ist keine schlechte Formel in der Leichtigkeit fixierten Kletterwelt. Ansonsten ist die Ferse hinten eine Mischung aus den Fersenformen von Dragon, Team und Jet 7. Die Vorspannung der Ferse mit dem Sling-Shot-Rand ist dabei durchaus mit den genanten Modellen vergleichbar und macht gehörig Dampf nach vorne.

Die Form ist fast identisch. Dragon auf Höhe 2-3 Loch etwas breiter

Die Beschichtung des Obermaterials im Bereich der Zehen ist auch ein eigenes Kapitel für sich. Bei meiner kurzen Analyse konnte ich feststellen, dass beim Blackwing dünne, rote Gummistreifen sehr dicht auf das schwarze Obermaterial geklebt, vulkanisiert, oder was auch immer, sind. Das ergibt ein griffiges Gummigefühl, wenn man mit dem Finger drüber geht, und nimmt dem Obermaterial nicht die Flexibilität, wie es die Toe-Hook Patches meistens machen. Dadurch gibt es weniger Druckstellen auf den Knöcheln der Zehen und der Komfort nimmt bedeutend zu. Wie sich diese feine „Gummierung“ bei den Toe-Hooks bemerkbar macht, kann ich bis jetzt nicht sagen. Die Technologie ist jedoch wirklich interessant und auf den ersten Blick vielversprechend.

Passform und Größe

Blackwing ist noch schmäler

Der Kletterschuh Blackwing lag in der Größe EU 42 vor, was ein reiner Glückstreffer für mich war. In dieser Größe wirkte Blackwing ziemlich klein, als ich ihn an meinen Fuß legte, um durch den Längenvergleich die Größe besser einschätzen zu können. Doch als mein Fuß (im Vergleich zum Team und Jet 7) nahezu mühelos in den Blackwing flutschte war ich überrascht wie „groß“ dieses Five Ten Modell doch war. Spontan beschloss ich, dass eine halbe Nummer kleiner,  also EU 41,5 (UK 7,5), die richtige Variante für mich wäre, und stellte fest, dass Blackwing größentechnisch nichts mit dem Dragon und Team gemeinsam hatte. Ob die Größe/Passform dieses Mustermodells den Verkaufsmodellen 2011 entsprechen wird, kann ich nicht sagen, aber erste Hausnummer habe ich erhalten. Persönlich finde ich es suboptimal, dass die Downturn Serie (Jet7, Dragon, Team usw.) größenmäßig nicht gleich ausfällt. Es wäre auch zu schön, wenn man einfach nur seine Dragon Größe bei allen anderen Modellen „anwenden“ könnte und sich so das Hoffen und Bangen beim Online-Kauf erspart.

Ich finde, dass Blackwing etwas weniger asymmetrisch ist

Die Passform ist ganz abgesehen von der Größenproblematik wirklich sehr gut. Da die Passform ganz klar mit der eigenen ** Fußform** zusammenhängt, muss das jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist: Die Dragon Fans werden hier eine ähnliche Passform im Zehenbereich finden. Ansonsten werden meiner Ansicht nach, alle Fußtypen (ägyptische, römische und evtl. sogar griechische) mit diesem Modell glücklich werden. Denn Blackwing ist deutlich angenehmer im Neuzustand als Dragon und Jet 7 und ist wirklich „out of the box“ komfortabel.

Da ich kein großer Fan von Schmerzen und dem leidvollen Eintragen bin, freue ich mich tierisch darüber, dass Five Ten nun langsam mit europäischen Herstellern im Bereich der „** Bequemlichkeit von Beginn an**“ gleich zieht und endlich Kletterschuhe macht, mit denen man sofort loslegen kann, ohne sie tagelang beim Fernsehen Gucken weiten zu müssen.

Aus dieser Perspektive sieht Blackwing kurviger aus. Es täuscht

Der Grund für die so erstaunlich bequeme Passform ist die Beschaffenheit des Obermaterials. Ich fand das Material bei allen neuen Modellen, etwas dünner, weicher und nachgiebiger, als es noch bei älteren Serien (Anasazi, Dragon etc.) der Fall war, ist. Das und eine weichere Polsterung (da habe ich leider nicht so genau nachgeschaut …) machen Komfort selbst bei aggressiven Formen wie dem Blackwing möglich. Eine wirklich Prima Sache, denn die schmerzvolle Einkletterzeit gehört bei Five Ten wohl nun der Vergangenheit an.

Die Ferse fällt definitiv anders aus, als beim Team und Dragon, ob man Sie mit der des Jet 7 vergleichen kann/soll weiß ich nicht. Tendenziell läuft sie hinten nicht so schmal zusammen, wie es bei genannten Modellen ist. Fakt ist auch, dass ich in der Größe UK 8 deutlich mehr Luft unten an den Seiten und in der Spitze der Kappe hatte als beim Team und Dragon. Das kann bei der Größe UK 7,5 aber wieder anders aussehen, deshalb möchte ich hier noch kein Urteil fällen.

Performance – wie klettert sich der Five Ten Blackwing

gleicher Downturn, eine noch weichere Sohle – noch mehr „Grip“ im Überhang

Da kann ich leider, leider keine einzige Angabe/Aussage machen, denn ich bin kein mm mit dem Blackwing geklettert. Beim Antreten auf dem Boden fühlte sich Blackwing ähnlich an wie Dragon und zeigte flexible, nicht so steife und gefühlvolle Eigenschaften.

Besonders auf die Toe-Hook Performance bin ich gespannt, denn die tastbar griffige „Beschichtung“ und das flexible Obermaterial geben den Zehen (HOFFENTLICH) die Möglichkeit ordentlich angehoben und in Richtung Spann/Hook-Fläche gedrückt zu werden. Mal sehen … sobald ich Blackwing habe und ausgiebig getestet habe, werde ich hier entsprechend berichten!

Haltbarkeit

Ähnlich wie der Performance kann ich hier nur mutmaßen, aber bei der Verarbeitung und der Auswahl der Materialien kann die Haltbarkeit des Blackwing nicht schlechter ausfallen, als es bei den aktuellen Modellen (Verwandten) der Fall ist.

Empfehlung/Einsatzbereich/Klettergebiet

Dragon ist etwas tiefer geschnitten u. stärker an der Ferse vorgespannt

Ich persönlich sehe für mich die Stärken des Blackwing (ganz klar!) im Überhang. Das heißt in der Fränkischen, beim Bouldern in etwas steilerem Gelände sowie am Plastik (wobei viel zu schade) ist Blackwing sicher 1A. Des Weiteren erhoffe ich mir durch die mittelsteife Sohle und gute Sensibilität auch in technisch anspruchsvollem und nicht so steilem Kochel gute Ergebnisse. Aber: Versuch macht klug!

Fazit

Schmal, weich, griffig

Nach meinem kurzen Probier-Test im Laden freue ich mich noch mehr darauf Blackwing bald (2011) anzuschaffen und auf Herz und Nieren zu testen. Die mir gut passende Dragon Passform mit nun um Welten besseren Komfort, sowie die Hoffnung auf geile Performance haben mich dazu gebracht, jetzt schon für den Kauf zu sparen. Endlich der perfekte Kletterschuh???

Ich werde berichten ………..

UPDATE: 03.05.2011

Habe heute das Blackwing Serienmodell ausgecheckt – Ergebnis:

Jet 7 (zwar nicht mehr in Original Form) ist deutlich breiter

ganz anders als der Prototyp. In derselben Größe 8 UK hat der Schuh meinen Fuß gekillt … Five Ten hat wohl bei allen neuen Schuhen die Schraubzwinge verwendet und sie ALLE (Quantum, Arrowhead, Blackwing, Hornet) schmal gemacht. Auch ist Blackwing nicht so weich, wie ich oben geschrieben hatte. Insgesamt in etwa so steif (oder eher so weich) wie Dragon. Die 8 UK passt mir ähnlich wie Jet 7 in 7 UK … Auch die Passform erinnert mich sehr an Jet 7. Ich denke ich gebe mir demnächst lieber die 8,5 UK bei Blackwing – die Füße werden es mir danken!

Ganz so breit wie Jet 7 Ferse ist die BW Ferse nun auch nicht

Die Ferse hat mehr Luft als die von Dragon und erinnert mich ebenfalls an Jet 7. Alles in einem evtl. ein Tick härter als Jet 7 ansonsten gleich. Leider ist die Toe-Hook Performance nicht so gut wie beim Jet7 da die Gummistreifen nicht so griffig sind.

Also alle Schmalfüßler aufgepasst: Die neuen Five Ten sind was für Euch, der Rest muss etwas leiden …

Testbericht kommt demnächst!

UPDATE 07.06.2011

Wer die Kommentare unten gelesen hat, weiß um die weich-hart Diskussion.

Nun habe ich endlich den Blackwing in „Gemütlicheren“ 8,5 UK ausgiebig testen können und habe folgende Infos zusammengetragen:

Wenig Gummi – Mehr Gefühl

Dieser Kletterschuh ist wie der Christoph absolut richtig meinte DEUTLICH weicher als Dragon und auch weicher als Jet 7. Mein falscher Eindruck (siehe oben) entstand durch die Spannung der Minimalgröße (8 UK). In der normal/optimal Variante merkt man die softe Konstruktion der Sohle ganz deutlich, scheinbar ist die Zwischensohle noch dünner oder wurde beim Blackwing einfach weggelassen.

Sehr leicht zu verformen und anzupassen – die weiche Sohle

Die Performance in der Senkrechten leidet für mich (82+ kg) persönlich unter der weichen Ausführung. Schade, Schade aber für Routen in Kochel ist dieser „Lappen“ für mich zu weich und bietet nicht genügend Stabilität. Dafür kann er richtig gut unmöglichste Trittstrukturen umfassen und an allem Möglichen im Überhang ziehen. All das benötigt dennoch einiges an Zehenkraft und das dauerhaft!

Das Gummi klebt wie die Hölle und verschleißt relativ wenig. Die Passform wird alle Schmalfüßler sehr erfreuen, denn diese sockenartige Schöpfung ist (für mich) extrem schmal. Ich komme zwar rein und habe auch nach 2-mal klettern keine Schmerzen, aber die schmale Sohle nimmt mir (gefühlt) Potenzial zur Kraftentwicklung des Fußes. Ich brauche einfach breitere Leisten …

Geht in recht langen 8,5 UK gut. Es fehlt aber eine richtige Gummierung

Hooks und Toe-Hooks gehen richtig, richtig gut. Einziger Wermutstropfen sind die Plastikstreifen auf dem Obermaterial, die bei Weitem nicht so eine Reibung an den Tag legen wie die Jet 7 Gummierung. Außer für das Bouldern (drinnen und draußen -speziell in der Fränkischen) würde ich diesen Kletterschuh nicht empfehlen. Fußstarke Felsartisten werden jedoch den mangelnden Support in Kauf nehmen und von der superguten Sensibilität profitieren. Ein Kletterschuh für alle Fälle und alle Füße ist Blackwing nicht, in seiner Nische (dem Bouldern am Plastik und Fels) ist er jedoch seht gut dabei!

Obwohl ich von der weichen Sohle im Alltag enttäuscht bin. Mag ich den Blackwing sehr und bewahre ihn für spezielle Hook Einsätze und Dachprobleme!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Weitere Informationen:

Passform und Fußform

Größenvergleich der Kletterschuhmodelle

Eigener Fuß – ein Anhalt

** Review** Blackwing women (engl.)

[** Review** Blackwing (engl.)](http://www.haynesclimbing.com/haynesclimbing/Ramblings/Entries/2010/11/2_ the_ BlackWings.html)

in diesem VIDEO bekommt man Blackwing in Aktion zu sehen