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Kletterschuhtest

Kletterschuhe – Einsatzbereiche

Einsatzbereiche: kein Schema, sondern Gelände

Eine feste Einteilung von Kletterschuhen nach Einsatzbereichen gibt es hier bewusst nicht als Schema von außen. In den Testberichten wird die Frage nach dem passenden Einsatzbereich zwar oft gestellt, aber genauso oft mit Vorbehalt beantwortet: „Ehrlich gesagt bin ich grundsätzlich gegen Dogmatismus. Einen Kletterschuh in die Schublade Boulderschuh zu pressen missfällt mir einfach“, heißt es im Test zum Evolv Prime SC.

Trotzdem lassen sich aus den bisherigen Testberichten wiederkehrende Unterscheidungen herauslesen, weil bestimmte Konstruktionsmerkmale in bestimmtem Gelände immer wieder auftauchen: Schuhe mit Downturn und gummierter Zehenbox eher im Überhang und beim Bouldern, steifere, geradere Modelle auf Platten und in der Senkrechten, robuste Fersen mit kräftigem Randgummi in Rissen, bequeme und formstabile Modelle in Mehrseillängen und im alpinen Gelände. Dazwischen gibt es die Schuhe, die selbst als Allrounder bezeichnet werden – und solche, die eigentlich Zustiegsschuhe sind, aber erstaunlich gut klettern.

Diese Seite ordnet diese Beobachtungen so, wie sie in den Tests tatsächlich auftauchen: als Erfahrungswerte an konkreten Modellen, nicht als abstraktes Raster. Was in den bisherigen Tests nicht belegt ist, wird hier auch nicht behauptet.

Worum es hier geht

Es geht um die Frage, in welchem Gelände sich bestimmte Kletterschuh-Eigenschaften bewähren – Bouldern, Überhang, Platten, Risse, Mehrseillängen und Zustiege –, so wie sie in den bisherigen Testberichten tatsächlich beschrieben werden.

Ein Schuh, der im Überhang glänzt, kann auf einer Reibungsplatte enttäuschen, und umgekehrt. Wer die Einsatzbereiche kennt, für die ein Modell in der Praxis tatsächlich taugt, kann zielgerichteter auswählen – auch wenn sich, wie die Tests selbst zeigen, viele Schuhe nicht sauber in eine Schublade stecken lassen.

Themen in diesem Bereich

8 Beiträge geplant

  • Kletterschuh beim Bouldern im Einsatz

    Bouldern: Halle und Fels

    Für reines Bouldern tauchen in den Tests Schuhe mit aggressivem Downturn und kräftiger Zehen- und Fersengummierung fürs Hooken auf – etwa der Scarpa Boostic, bei dem kleine Tritte in Kalk, Sandstein und Granit laut Testbericht „einfach weggestanden“ werden, oder der Red Chili Atomyc, der für alles außer traditionellem, alpinem und Mehrseillängen-Klettern empfohlen wird.

    In Vorbereitung

  • Kletterschuh auf einem Trittdetail einer Platte

    Senkrechte Wände und Reibungsplatten

    Auf Platten und in senkrechten Wänden zählen Kantenstabilität und Standfestigkeit oft mehr als aggressiver Downturn. Der Five Ten Galileo wird für Platten und Wände im Granit ausdrücklich gelobt, während beim Five Ten Jet 7 im Test beschrieben wird, dass mit nachlassender Vorspannung an genau dieser Stelle mehr Zehenkraft nötig wird.

    In Vorbereitung

  • Kletterschuh im überhängenden Gelände

    Überhang und Dach

    Im Überhang und am Dach verschiebt sich die Anforderung Richtung Greifen und Ziehen mit den Zehen statt reinem Stehen. Der Five Ten Team wird im Test mit gummierter, geschlitzter Zehenbox und Downturn klar „weg von den Reibungsplatten, hin zum abdrängenden Gelände“ verortet, während der weich konstruierte Montrail Method laut Testbericht „eine neue Dimension“ im überhängenden Klettern ermöglichte.

    In Vorbereitung

  • Risse und traditionelles Klettern

    Für Risse werden in den Tests robuste Randgummierung und eine eher schmale, spitze Form als Vorteil beschrieben – etwa beim La Sportiva TC Pro, dessen dickeres Randgummi laut Testbericht dem Schutz der Füße in Rissen dienen soll. Beim Evolv Geshido wird vermutet, dass sich der flache Aufbau gut in Rissen verklemmen lässt, eine ausführliche Erprobung fehlt im Testbericht aber – wie gut ein Modell hier tatsächlich funktioniert, bleibt in mehreren Tests eine offene Frage.

    In Vorbereitung

  • Kletterschuh im alpinen Gelände

    Mehrseillängen und alpines Gelände

    Für Mehrseillängen und alpines Gelände werden in den Tests vor allem Komfort über viele Stunden und eine stabile, unterstützende Sohle genannt. Der Scarpa Techno X wird ausdrücklich „für das alpine Gelände und lange Tage“ beschrieben, der Scarpa Vapor als „super Mehrseillängen-Schuh, da er die Füße langfristig unterstützt“.

    In Vorbereitung

  • Zustiegsschuh im Gelände

    Zustiegsschuhe und Hybridmodelle

    Der La Sportiva Ganda ist im Kern ein Zustiegsschuh, wird im Testbericht aber auch fürs Klettern gelobt: Auf Reibungsplatten im oberen 5. UIAA-Grad und an kleinen Überhängen habe er „wirklich tolle Arbeit“ geleistet, für leichte Mehrseillängen-Routen wird er im Test ausdrücklich als Alternative zu klassischen Zustiegsschuhen empfohlen.

    In Vorbereitung

  • Der Allrounder: ein Schuh für vieles

    Mehrere Modelle werden in den Tests explizit als Allrounder beschrieben. Der Scarpa Vapor V etwa wird als „Alleskönner“ für Alpin, Mehrseillängen, Sportklettern, Bouldern und Plastik angepriesen – eine Einschätzung, die der Testbericht für Bouldern und Routenklettern bestätigt, für sehr lange Mehrseillängen-Einsätze aber einschränkt.

    In Vorbereitung

  • Kletterschuh beim Training an der Plastikwand

    Training am Plastik: der Zweitschuh

    In mehreren Tests taucht die Praxis auf, für Halle und Training bewusst einen zweiten, robusteren Schuh einzusetzen, um das bessere Paar zu schonen. Beim Five Ten Rogue wird im Test genau das als Einsatzzweck genannt: „die geliebten Anasazis in der Halle schonen“. Der Five Ten Galileo wird an anderer Stelle ausdrücklich als „Verschleißschuh“ beim Felsklettern und in Mehrseillängen in den Voralpen beschrieben.

    In Vorbereitung

Häufige Fragen

Was unterscheidet einen Boulderschuh von einem Schuh fürs Sportklettern in der Senkrechten?

Laut Testbericht macht die Kombination aus Downturn und gummierter, geschlitzter Zehenbox einen Kletterschuh eher tauglich fürs „abdrängende Gelände“ wie Überhänge – für Reibungsplatten ist eine geradere, stabilere Konstruktion im Vorteil.

Aus dem Testarchiv: Testbericht Five Ten Team

Kann ein Schuh gleichermaßen für Risse und fürs Bouldern taugen?

Die Tests deuten das an, sind an dieser Stelle aber vorsichtig: Beim Evolv Geshido wird vermutet, dass sich der flache Aufbau in Rissen gut verklemmen lässt, eine ausführliche Erprobung in Rissen fehlt im Testbericht jedoch. Wie gut ein Modell tatsächlich in beiden Bereichen funktioniert, bleibt daher offen.

Aus dem Testarchiv: Testbericht Evolv Geshido

Was macht einen Kletterschuh alpin- bzw. mehrseillängentauglich?

Vor allem Komfort über viele Stunden. Der Scarpa Techno X wird im Test ausdrücklich für „alpines Gelände und lange Tage“ beschrieben, mit stabiler Ferse, Rissgummierung an der Zehenbox und ohne orthopädische Beschwerden bei längerem Tragen.

Aus dem Testarchiv: Testbericht Scarpa Techno X

Braucht man für Halle und Fels wirklich unterschiedliche Schuhe?

In den Tests taucht das als bewusste Praxis auf: Ein robusterer Zweitschuh wird fürs Training in der Halle genutzt, um das empfindlichere Hauptpaar zu schonen – so etwa beim Five Ten Rogue, der ausdrücklich dafür empfohlen wird, „die geliebten Anasazis in der Halle zu schonen“. Zwingend nötig ist es nach den Tests aber nicht.

Aus dem Testarchiv: Testbericht Five Ten Rogue

Was genau ist ein Allrounder-Kletterschuh?

Ein Modell, das laut Testberichten in mehreren Geländearten überzeugt statt in einer einzigen zu glänzen. Der Scarpa Vapor V etwa wird als Allrounder für Bouldern und Routenklettern bestätigt, während sehr lange Mehrseillängen-Einsätze im Test als Grenze des Konzepts genannt werden.

Aus dem Testarchiv: Testbericht Scarpa Vapor V

Sind Zustiegsschuhe zum Klettern geeignet?

Der als Zustiegsschuh angelegte La Sportiva Ganda schnitt im Test auf Reibungsplatten und an kleinen Überhängen überraschend gut ab und wurde sogar für leichte Mehrseillängen-Routen empfohlen. Verallgemeinern lässt sich das nicht, da es sich um einen im Testbericht beschriebenen Einzelfall handelt.

Aus dem Testarchiv: Testbericht La Sportiva Ganda

Warum gibt es auf dieser Seite kein festes Einteilungsschema für Einsatzbereiche?

Weil der Autor genau das in den Tests selbst hinterfragt: Auf die Bitte, Kletterschuhe nach Einsatzbereichen zu kategorisieren, antwortet er beim Evolv Prime SC, er sei „grundsätzlich gegen Dogmatismus“ – die meisten Modelle lassen sich eben nicht sauber in eine Schublade pressen.

Aus dem Testarchiv: Testbericht Evolv Prime SC

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