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Kletterschuhtest

Scarpa

Spectro

KurzcheckErsteindruck nach wenigen Einheiten

Scarpa Spectro

1.076 Wörter

Kurztestbericht Kletterschuhe Scarpa Spectro

_ Ein Nachruf_

Vorgeschichte

Die Dynosaurier…

Mit diesem Schuh fing mehr oder weniger alles an. Ich probierte ihn beim Sporthaus des Südens in 42,5 EU an und war sehr überrascht wie einfach mir das Stehen auf kleinen Struktur Flächen fiel. Meiner Begeisterung wurde größer, als ich plötzlich auch noch fühlen konnte was ich stehe. Von da an versuchte ich diesen Kletterschuh kostengünstig zu bekommen, aber ohne Erfolg..!

Optik, Verarbeitung Eindruck

Optik gefällt mir im Vergleich zum Vapor bis heute besser…

Spectro hat meiner Meinung nach ein sehr gelungenes Design. Die Farbwahl, die Form, die Materialien geben ein harmonisches und ansprechendes Bild ab. Für ihn gilt also das Gleiche wie für alle Steep Line Modelle (Mago, Booster, Stix) – mir gefallen diese Kletterschuhe einfach!

Die Verarbeitung ist genau so gut wie bei den anderen Modellen, die ich bereits ausführlich beschrieben habe (siehe unten). Es gibt einfach nichts zu meckern. Spectro ist halt ein Italiener..!

Insgesamt hatte ich seit dem ersten Moment im Laden einen wirklich guten ersten Gesamteindruck, sonst wäre ich nicht so fest entschlossen gewesen diesen Kletterschuh irgendwann mein eigen nennen zu wollen.

Konstruktion

Die Sohle zählt bis heute zu den stabilsten (aber nicht „steifsten“) überhaupt

Wie bei allen Kletterschuhen der Steep Line findet man auch in der Spectro-Sohle das Toe Power Support (** TPS**) – die konkave Wölbung der Sohle im Bereich der Zehen. Spectro ist jedoch der einzige Kletterschuh dieser Serie (ausgenommen Scarpa Feroce), der einen durchgehenden Sohlenaufbau hat. Ganz klassisch verläuft die 4mm XSGrip Sohle von den Zehen über den Mittelfußbereich bis hin zu Achillessehne und bildet dort die Außenschicht der Fersengummierung. An sich ganz klassisch aber die Details wie TPS und Bridge System machen es zu einer deutlichen Weiterentwicklung im Bereich der Präzisionswerkzeuge. Das Bridge-System ist die spezielle Verbindung und Gummi-Verspannung im Mittelfußbereich ermöglich Kraftübertragung mit weniger Verlusten und kommt so auch ohne übermäßigen Fersenzug a la Anasazi Lace Up aus)

gerade Form im Bereich gr. Zeh ist einfach ein Segen gewesen

Der Leisten ist asymmetrisch – deutlich asymmetrischer als der besagte Anasazi und hat eine höhere Zehenbox aus Lorica und Leder (1/2), die den Zehen viel Platz bietet. Die Vorspannung ist im Mittelfuß merklich und ist stärker ausgeprägt als bei Miura VS.  Der Downturn ist deutlich moderater als beim Scarpa Booster, aber dennoch spürbar.

Das Gummi ist sehr gut platziert, so dass nichts unnötig dick oder fehl am Platz rüberkommt.

Die Schnürrung ist eine Mischung aus einem Speedlace System (im unteren Bereich) und klassischen Drei-Loch-Reibungs-System und ist nicht so asymmetrisch wie beimAndrea Boldrini Talisman.

Passform und Größe

Die Passform ist ein Segen für meinen quadratischen Fuß. Die Hohe Zehenbox drängt mein nicht allzu langen großen Zeh gut zurück und stellt ihn angenehm auf. Egal ob Große 42,5 oder 41,5 ich bin vorne dran und habe keine Luft in der nicht ganz so spitzen Schuhspitze.

Man sieht das die Zehenbox hoch ist

Der Spectro fällt allgemein weit und voluminös aus. Erst in 41,5 EU habe ich weniger Lufträume in der Ferse und muss die Schnürung nicht bis zum Anschlag anziehen. Der Druck verteilt sich in 41,5 EU zwar gleichmäßig auf den gesamten Fuß aber er ist wirklich enorm. Die Gummierung über den großen Zeh (Toe-Hook-App) hindert, das Lorica Material nachzugeben mindert das Komfort. Der Schmerz auf dem aufgestellten Zeh ist in diesem Bereich der große Hacken an diesem Modell.

Als meine Größe habe ich die 42 EU ermittelt. Der Spectro dehnt sich deutlich weniger als der Booster, da der Mittelfußbereich stärker durch das Gummi umspannt ist und nicht so viel nachgibt. Die Schnürrung macht es mir möglich den Schuh auch bei unerwartet stärkeren Dehnung dennoch eng an den Fuß zu binden.

Leider ist die Zehenbox echt unbequem am großen Zeh

Insgesamt ist Spetro der unbequemste Scarpa Kletterschuhe seiner Reihe. Er ist dennoch um Welten bequemer als der Miura Lace und Anasazi Lace, was ein deutlicher Vorteil beim Stehen auf NICHTS ist.

Für schmale und niedrig ristige Füße halte ich die Passform des Spectro für problematisch. Normale und breite Füße egal welche Fußform werden aber wirklich glücklich werden.

Wie und wie lange klettert sich Scarpa Spectro

Spectro ist ein echter Leisten Killer und zwar ohne Ausnahme. Egal ob Dellen, flache Leisten, positive Leisten oder Warzen und versinterte Tritte man kann alles mit geringsten Kraftaufwand stehen. Durch den leichten Downturn hat man nicht nur in Kocheler Platten und Wänden besten und sichersten Stand auf nahezu nichts, sondern kann auch im überhängenden Plastik und Frankenjura Kalk ordentlich (begrenzt durch die feste Sohle) ziehen.

Man beachte die erhaltene Form nach starkem Gebrauch!

Wenn ich mich zwischen Miura Lace und Spectro entschiden sollte, dann würde ich Spectro jede Zeit vorziehen. Bessere Passform, bessere Sensibilität, bessere Präzision bei gleicher Unterstützung auf kleinen Tritten sprechen für sich. Zudem kommt eine etwas bessere Haltbarkeit der Sohlenspitze hinzu.

Bei einem Vergleich von Five Ten Anasazi und Spectro würde ich mir schwerer tun. Die Präzision, Haltbarkeit und Sensibilität sind fast gleich. Spectro ist jedoch etwas bequemer und vor allem deutlich fußverträglicher (KEIN Hallux Valgus). Er hat eine bessere Ferse und punktet bei mir mit dem geliebten Downturn, den ich beim Anasazi wirklich schmerzlich vermisse.

Insgesamt ist Spectro wirklich super bei der Performance.

Das Einzige was dieser Schuh nicht wirklich kann, ist Toe–** Hooken**, somit ist er nur eingeschränkt als Boulderschuh zu empfehlen. In Bleau, senkrechten Kalk und Granit Bouldern ist dieser Kletterschuh super. In Dächern und bei komplizierten Hooks ist dieser Schuh nun wirklich nicht meine erste Wahl, aber dafür ist er auch  nicht gemacht.

Fazit

Damals die beste Ferse bei Scarpa – heute immer noch ganz weit vorne dabei!

Scarpa Spectro ist von der Form her eine Mischung aus Testarossa und Miura und klettert sich in meisten Wandneigungen perfekt. Die Haltbarkeit der XSGrip ist bekannt und fällt bei Scarpa meiner Meinung nach noch deutlich besser aus, als bei La Sportiva.

LeiderLeider hat Scarpa dieses Präzise Waffe für kleine (eingebildete) Tritte aus dem Programm genommen. Das heißt alle Spectro Liebhaber sollten diesen Schuh am besten jetzt noch kaufen, denn nächstes Jahr gibt es ihn nicht mehr. Sein Nachfolger steht schon fest und heißt: Scarpa Vapor.

Ich hoffe, dass die Preise aus diesem Grund bald schrumpfen werden, sodass man diesen TOP–** Kletterschuh** für weniger Geld bekommen kann.  Eine absolute Empfehlung für die meisten deutschen Klettergebiete und normale bis breite Füße!

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Weitere Informationen

Größenvergleich der Kletterschuhe

Testbericht Scarpa Mago

Kletterschuhglossar

[Review Scarpa Spectro (eng)](http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:sD9wikiCE_ IJ:www.alpinist.com/doc/web08x/ms-el-scarpa-spectro-shoe+scarpa+spectro+bridge&cd=11&hl=de&ct=clnk&gl=de)