Ein gebrauchter Kletterschuh in einer Auktion zeigt sich nur über Fotos und eine Beschreibung, nie über die eigene Hand am Schuh. Was sich davon trotzdem beurteilen lässt, ist der Zustand der Sohle. Abgerundete Kanten, eine glänzende Oberfläche und die typischen Schuppen unter dem großen Zeh sind normaler Verschleiß, kein Ausschlusskriterium. Ein durchgehender Riss dagegen, oder eine Stelle, an der sich die Gummierung an Ferse oder Zehenbox bereits ablöst, ist etwas anderes – das ist der Anfang eines Defekts, keine Mikroabnutzung mehr. Auch am Obermaterial lässt sich ablesen, wie stark ein Schuh gebraucht wurde: Löcher, verformtes Leder oder ausgeleierte Verschlüsse zeigen oft mehr über die tatsächliche Nutzung als jede Beschreibung im Angebot.
Zwei Dinge lassen sich über ein Auktionsfoto dagegen kaum einschätzen: der Geruch, und ob der Schuh durch Hitze – ein Sommer in der Sonne, ein heißer Kofferraum – bereits spröde und klebstoffgeschwächt ist, bevor überhaupt ein Riss sichtbar wird. Auch die angegebene Größe ist mit Vorsicht zu genießen, denn Kletterschuhgrößen unterscheiden sich zwischen Herstellern und Modellen erheblich – ein Blick in den Größenvergleich ersetzt die Anprobe nicht, hilft aber, Auktionsangaben realistischer einzuordnen.