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Kletterschuhtest

Beste Kletterschuhsohle

Beste Kletterschuhsohle: Stealth gegen Vibram im Praxisvergleich

Die Diskussion, welches Sohlengummi das beste ist, ist wahrscheinlich so alt wie die beiden großen Lager Stealth und Vibram selbst. Für den einen oder anderen ist die Frage fast eine religiöse Angelegenheit, und entsprechend subjektiv geht es in der Debatte meistens zu.

Im Grunde ist es müßig, sich darüber den Kopf zu zerbrechen, welches Gummi nun den ultimativen Grip liefert. Die Zeit steckt man besser in den Aufbau von Körperspannung – durch mehr Druck hebt der Fuß letztlich auch am verhassten, rutschigen Crux-Tritt nicht ab. Trotzdem beschäftigt die Frage nach dem Optimum sehr viele Kletterer, und weil es bislang bei dieser Diskussion sowie bei meinen eigenen Tests sehr subjektiv zuging, reizte mich ein direkter, halbwegs objektiver Vergleich.

Dafür klettere ich testweise mit zwei unterschiedlich besohlten Schuhen gleichzeitig – ein Modell links, eins rechts –, bis die schwächere Sohle als Erste ein Loch bekommt. So bekommen beide Gummimischungen dieselbe Belastung ab, was ein genaueres Ergebnis liefert als der Wechselbetrieb mit zwei kompletten Paaren, bei dem sich beide Modelle kaum gleich stark belasten lassen.

Über den reinen Vergleichstest hinaus sammelt diese Seite, was sich aus zig Testberichten über Stealth C4, Stealth Onyxx, Vibram XS Grip, XS Grip 2 und XS Edge herauslesen lässt: was Reibung bringt, was Kantenstabilität bringt – und wo der eine Vorteil den anderen kostet.

Worum es hier geht

Es geht um die Gummimischungen der großen Hersteller – vor allem Stealth von Five Ten und Vibram, verbaut unter anderem bei La Sportiva und Scarpa – und darum, was Reibung, Kantenstabilität und Haltbarkeit in der Praxis wirklich unterscheidet, jenseits von Marketing und Glaubensfragen.

Das Sohlengummi ist die einzige Verbindung zwischen Kletterer und Fels, wird in Testberichten aber meist nur am Rande erwähnt. Wer weiß, wofür eine Mischung steht – schnell verschleißend und von Anfang an klebrig oder zäh und kantenstabil –, kann einzelne Modelltests besser einordnen und die eigenen Prioritäten zwischen Reibung, Kante und Lebensdauer klarer benennen.

Der Beitrag

396 Wörter

Diese Diskussion ist wahrscheinlich so alt wie die beiden Marken. Auch die Grundsatzdiskussion über das BESTE Gummi für Kletterschuhsohlen ist für den einen oder den anderen eine religiöse Angelegenheit. Im Prinzip ist es Quatsch sich darüber den Kopf zu zerbrechen, was auf dem Markt nun den ultimativen Grip liefert. Lieber sollte man die Zeit in den Aufbau von Körperspannung stecken, denn durch den mehr Druck hebt der Fuß letztendlich am verhassten rutschigen Crux-Tritt ja auch.

In der Realität beschäftigt die Frage nach dem Optimum in Sachen Kletterschuhgummi sehr viele Kletterer. Und nach dem es bis jetzt bei dieser Diskussion, sowie auch bei meinen Tests, sehr subjektiv abging, reizte mich ein direkter einigermaßen objektiver Vergleichstest schon sehr.

Aus meiner Sicht gab es dafür nur zwei Möglichkeiten dies zu bewerkstelligen:

  1. Ich nehme mir zwei Paar Kletterschuhe unterschiedlicher Hersteller (mit unterschiedlichen Gummimischungen) und klettere diese im Wechsel, bis das erste Pärchen nachgibt. Da es meiner Meinung unmöglich ist auf diese Art und Weise beide Modelle gleichermaßen stark zu belasten, bietet diese Möglichkeit keine genauen Ergebnisse.

  2. Ich nehme mir zwei Paar Kletterschuhe unterschiedlicher Hersteller (mit unterschiedlichen Gummimischungen) und klettere jeweils ein Modell an einem Fuß. Sprich klettern mit zwei unterschiedlichen Modellen li. und re., bis die schwächste Klettersohle nachgibt und ein Loch bekommt. Auf diese Weise bleibt natürlich von jedem Paar ein Kletterschuh über, dafür ermöglicht diese Methode ein ziemlich genaueres Ergebnis des Tests.

Ich habe mich für die Möglichkeit 2. entschieden. Das Problem war nun zwei von ihren Eigenschaften vergleichbare Modelle zu finden und diese günstig ans Land zu ziehen.

Aus diesen Überlegungen und zu verifizierenden Erfahrungen ergaben sich folgende Testpärchen:

Stealth vs. Vibram

Mystique (Five Ten Hornet) vs. XS Grip2 (La Sportiva Python)               Verlauf/Ergebnisse

Onyxx (Five Ten Anasazi Verde) vs. XS Edge (La Sportiva Katana Laces) Verlauf/Ergebnisse

C4 (Anasazi Lace Up Blanco) vs. XS Grip (Scarpa Spectro)                   Verlauf/Ergebnisse

[Ergebnisse werden später mit der entsprechenden Seite verlinkt. Testdauer hängt von der Haltbarkeit der Sohlen ab und wird sicher einige Monate in Anspruch nehmen]

Scarpa vs. La Sportiva

Scapa Stix vs. La Sportiva Miura VS (beide XS Grip)

Anschließend wird auf dieser Seite das beste Klettergummi „gekürt“.  Andere Tests sind nicht ausgeschlossen und hängen von der Verfügbarkeit solcher Marken wie Boreal, Evolv, Mad Rock usw. Alles werde ich aus Zeitgründen nicht testen können.

Bis dahin ein Paar Infos zum Thema Gummiherstellung aus dem Hause Five Ten.

Themen in diesem Bereich

10 Beiträge geplant

  • Der Vergleichstest: ein Schuh links, ein Schuh rechts

    Um der Diskussion übers beste Sohlengummi etwas Objektivität zu verschaffen, klettere ich testweise mit zwei unterschiedlich besohlten Schuhen gleichzeitig – ein Modell am linken, eines am rechten Fuß –, bis die schwächere Sohle zuerst ein Loch bekommt. Getestet werden unter anderem Five Ten Mystique gegen Vibram XS Grip 2, Five Ten Onyxx gegen Vibram XS Edge und Stealth C4 gegen Vibram XS Grip. Der Wechselbetrieb mit zwei kompletten Paaren fiel als Methode durch, weil sich beide Modelle dabei kaum gleich stark belasten lassen.

    In Vorbereitung

  • Stealth C4: weich, von Anfang an griffig, trotzdem langlebig

    Stealth C4 gilt als vergleichsweise weiches Gummi und ist nach eigener Erfahrung nicht so abriebfest wie Onyxx oder Vibram XS Grip. Trotzdem zeigte sich bei mehreren Modellen selbst nach Monaten am Plastik und am Fels kaum nennenswerter Verschleiß, während die Reibung von der ersten Session an sehr gut war. Nicht die Kantenstabilität ist die Stärke von C4, sondern das sofortige, zuverlässige Kleben.

    In Vorbereitung

  • Sohle des Five Ten Quantum aus Stealth-Onyxx-Gummi

    Stealth Onyxx: mehr Kante, aber Zicken beim Einklettern

    Stealth Onyxx löste bei mehreren Modellen das ältere C4 ab und wird vom Hersteller als haltbarer bei ähnlichen Reibungswerten beworben. In der Praxis fiel bei einem getesteten Paar auf, dass das Gummi im Neuzustand ungewohnt wenig klebte und erst nach einer Einkletterphase zuverlässig funktionierte. An anderer Stelle wird Onyxx dagegen als griffiges, gut haltbares Gummi beschrieben – die Erfahrungen dazu gehen auseinander.

    In Vorbereitung

  • Vibram XS Grip: der Klassiker unter den Reibungsgummis

    Vibram XS Grip zählt zu den Favoriten unter den Sohlengummis: ein faires Verhältnis zwischen Abrieb und Reibung, in der Halle je nach Fußtechnik 3 bis 6 Monate haltbar, am Fels 8 bis 12 Monate – außer an besonders aggressivem Gestein. Auch die Kantensteifigkeit wird im Vergleich zum Nachfolger XS Grip 2 positiv hervorgehoben.

    In Vorbereitung

  • Vibram XS Grip 2: mehr Reibung, weniger Kante

    XS Grip 2 reibt spürbar stärker als das alte XS Grip, verschleißt dabei aber mindestens genauso schnell, wenn nicht schneller. Wer ein damit besohltes Modell mehrmals wöchentlich in der Halle klettert, sollte mit etwa drei Vierteljahren Sohlenlebensdauer rechnen. Der Reibungsgewinn geht außerdem auf Kosten der Kantenstabilität, die hinter XS Edge und dem alten XS Grip zurückbleibt.

    In Vorbereitung

  • Zehenbox und Sohlenkante der La Sportiva Katana mit Vibram-XS-Edge-Sohle

    Vibram XS Edge: hart, kantenstabil, empfindlich für Dreck

    XS Edge ist die kantenstabilste der drei genannten Vibram-Mischungen und macht in jedem Bereich – Sohlenrand wie Zehenspitze – einen harten, wenig nachgiebigen Eindruck. Frisch aus dem Karton ist das Gummi sehr klebrig, verliert die Reibung aber schnell, sobald die Sohle verdreckt, und gewinnt sie durch Pflege wieder zurück. An normalen deutschen Felsen überwiegt für viele der Vorteil der Kantenstabilität den geringeren Grip im Vergleich zu XS Grip 2.

    In Vorbereitung

  • Sohlendicke: der Kompromiss zwischen Gefühl und Haltbarkeit

    Über die getesteten Modelle hinweg liegt die Sohlendicke meist zwischen 3,5 und 4,5 Millimetern, bei besonders sensiblen Modellen auch bei rund 2,5 bis 3 Millimetern. Dünnere Sohlen geben mehr Rückmeldung vom Tritt, dickere und steifere Sohlen halten länger und stehen kleine Tritte entspannter weg. Eine feste Zwischensohle macht dabei oft mehr für die Kantenstabilität aus als die reine Gummidicke.

    In Vorbereitung

  • Weiches oder hartes Gummi: der Grundkonflikt

    Weiches Gummi klebt in der Regel von der ersten Sekunde an und schmiegt sich an unförmige Tritte an, verschleißt dafür schneller und liefert auf kleinen, scharfen Kanten weniger Stand. Hartes, steifes Gummi hält länger und steht Kanten sicherer weg, verlangt dafür aber mehr Krafteinsatz und Präzision beim Antreten. Zwischen diesen beiden Polen bewegt sich letztlich jede der genannten Mischungen.

    In Vorbereitung

  • Andere Gummimischungen: TRAX, FS-Quattro und Co.

    Neben Stealth und Vibram gibt es Eigenentwicklungen einzelner Hersteller: Evolvs TRAX-Gummi etwa ist klebriger und weicher als Stealth C4, verschleißt dafür nach eigener Erfahrung auch schneller – ein halbes Jahr intensive Nutzung gilt als realistische Haltbarkeit. Das ältere FS-Quattro von Scarpa wird in Sachen Kantenstabilität in eine Reihe mit dem alten XS Grip gestellt. Boreal, Mad Rock und weitere Hersteller stehen im direkten Vergleichstest wegen der Verfügbarkeit noch aus.

    In Vorbereitung

  • Warum Fußtechnik mehr bringt als das beste Gummi

    Die Grundsatzfrage nach dem besten Gummi lässt sich letztlich nicht endgültig beantworten, weil sie stark subjektiv beeinflusst ist. Wichtiger als die Gummimischung ist meistens der Aufbau von Körperspannung: Mit mehr Druck auf den Tritt hebt der Fuß auch an der verhassten, rutschigen Crux-Stelle nicht so schnell ab. Wer seine Zeit lieber in Technik statt in Gummi-Diskussionen steckt, kommt am Ende weiter.

    In Vorbereitung

Häufige Fragen

Welches Sohlengummi ist objektiv das beste?

Das lässt sich nicht eindeutig beantworten – die Diskussion um Stealth gegen Vibram ist fast so alt wie die beiden Marken und wird von vielen Kletterern sehr subjektiv geführt. Wichtiger als die Gummifrage ist meist der Aufbau von Körperspannung, denn mit mehr Druck hebt der Fuß auch an rutschigen Tritten weniger schnell ab.

Aus dem Testarchiv: Beste Kletterschuhsohle

Was ist der Unterschied zwischen Vibram XS Grip und XS Grip 2?

XS Grip 2 reibt stärker, verschleißt dafür aber mindestens genauso schnell wie XS Grip und ist weniger kantenstabil. XS Grip gilt dagegen als faires Verhältnis zwischen Abrieb und Reibung mit besserer Kantensteifigkeit.

Aus dem Testarchiv: Testberichte (u. a. Scarpa Instinct, Scarpa Vapor S/VSR)

Warum gilt Stealth C4 als Klassiker, obwohl es als weich beschrieben wird?

Weil es von Anfang an sehr gut klebt und sich trotz vergleichsweise weicher Gummimischung in der Praxis über Monate hinweg als erstaunlich verschleißarm gezeigt hat – auch bei Einsätzen im Granit.

Aus dem Testarchiv: Testbericht Five Ten Moccasym

Wofür steht Vibram XS Edge?

Für Kantenstabilität. Das Gummi macht am Sohlenrand und unter dem Zeh einen harten, steifen Eindruck und ist damit auf kleinen, scharfen Tritten im Vorteil – auf Kosten der reinen Reibung im Vergleich zu XS Grip 2.

Aus dem Testarchiv: Testbericht La Sportiva Katana

Beeinflusst Dreck auf der Sohle die Reibung wirklich so stark?

Ja. Bei Vibram XS Edge zum Beispiel ist das Gummi frisch aus dem Karton superklebrig, verliert die Reibung aber schnell, wenn die Sohle verdreckt – durch Pflege kommt sie danach wieder zurück.

Aus dem Testarchiv: Testbericht Scarpa Boostic

Wie dick ist eine Kletterschuhsohle normalerweise?

In den meisten Testberichten liegt die Dicke zwischen 3,5 und 4,5 Millimetern, bei besonders sensiblen Modellen auch darunter. Dünnere Sohlen geben mehr Gefühl, dickere und steifere halten länger und stehen kleine Tritte entspannter weg.

Aus dem Testarchiv: Testberichte (mehrere Modelle mit Sohlendicken-Angaben)

Verschleißt weiches Gummi immer schneller als hartes?

In der Tendenz ja – je weicher das Material, desto schneller nutzt es sich ab. Ausnahmen wie Stealth C4 zeigen aber, dass die reine Härte nicht der einzige Faktor für Haltbarkeit ist.

Aus dem Testarchiv: Testbericht Edelrid Team VXI

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